Ein Supifant auf Wanderschaft

A Supifant is born

Tja. So ein Supifant. Was ist das und wo kommt der her? Wie werden Supifanten geboren und können sie schon fliegen, wenn sie auf die Welt kommen? Es gibt dazu eine kurze Erklärung und eine etwas längere.

Die kurze Erklärung

Ich bin seit einigen Jahren im Internet und unter anderem auch in Foren unterwegs. Smilies waren da grad groß in Mode, es gab unterschiedlichste und ich stieß auf diesen netten Zeitgenossen, den ich dann einfach „Supifant“ taufte. Soweit ich weiß, ist das meine Erfindung, aber es ist durchaus möglich, daß ich mir das irgendwo abgeschaut habe.

Die lange Erklärung

Ich fand den Supifant vor allem passend für mich, weil er ein Elefant ist -ich war den größten Teil meines Lebens übergewichtig- sich aber dennoch bewegt. Denn auch ich war, für mein Gewicht, meist überraschend beweglich und zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Smiley entdeckt habe, noch so fit, daß ich locker von der LKW-Ladebordwand flanken konnte mit etwa 165 Kilo.

Danach hatte ich das Glück und das Pech, endgültig in einem sitzenden Beruf tätig zu sein. Ja, so ein Computerfuzzi. Nach 7 Jahren nur Sitzen hatte ich 200 Kilo+ und jede kleine Treppe brachte mich zum Schwitzen. Ich wußte, das geht nicht mehr lang so, aber wie den wirklichen Einstieg zum Abnehmen schaffen? Ich wußte, daß eine Operation auf keinen Fall in Frage kam und der innere Schweinehund war schwer überwindbar. Die Entscheidung wurde mir abgenommen. Mit einem offenen Bein und einer übergangenen Krankheit (ich saß mit 38 Fieber im Büro) waren meine Abwehrkräfte zu schwach. Ich bekam einen Rotlauf in seiner bullösen Ausprägung. Wer starke Nerven hat (bitte nicht, wenn's jemanden leicht graust) kann hier draufklicken und sich ansehen, wie das aussah zur Abschreckung. Damit man weiß, warum man sich bewegen und v.a. auch keine Krankheit übergehen sollte. Viermal pro Tag intravenöse Antibiotika. Der Fuß brannte wie Feuer, wenn er stärker durchblutet wurde, also z.B. von liegender in sitzende Position. Wirklich angenehm war es nur, wenn ich den Schmerz überwand und ein bißchen auf und ab marschierte.

Durch die stärkere Durchblutung wurde der Fuß versorgt und hat weniger genäßt und geschmerzt. Tagelang wurde es nicht besser, ich mußte 2 Wochen im Krankenhaus bleiben. Aber meine Runden im Krankenhausgarten habe ich gezogen. Wenige hundert Meter. Auch daheim habe ich dann angefangen, kleine Runden zu gehen. Das Bein hat noch immer genäßt (das sollte 2 Monate andauern!) aber jedesmal nach einer Runde hat es aufgehört. Und ich habe sowieso 3 Wochen kaum was gegessen, nur die Krankenhauskost und davor eine Woche daheim gar nichts. Also warum nicht jetzt abnehmen? Eine (neu angeschaffte) Waage verriet mir, daß ich schon 7 Kilo weniger als bei meiner Einlieferung ins Krankenhaus hatte. Ein guter Ansporn. Und gesegnet sei die Erfindung des tragbaren Musikgeräts, denn ich mag podcasts, Hörbücher und Hörspiele und die kann man sich wunderbar anhören, wenn man so geht. Die Kilos sind gepurzelt, die Wege wurden weiter, ich habe Steigungen als Herausforderung gesucht und stetig mehr von mir gefordert.

Ein paar Punkte zur Verdeutlichung des steilen Anstiegs an Kondition. Speziell die ersten paar Monate gingen „Schlag auf Schlag“:

Datum Gewicht „Erstbezwingung“
1.5.2011 197 Krankenhauseinlieferung
Juni 2011 190 Erste Runden daheim. Ca. 3km im Flachen bis zur Erschöpfung
Juli 2011 180 Erster Gipfelsieg. Der Bisamberg, etwa 180 Höhenmeter, 2 mal Pause notwendig
2.8.2011 170 Aufstieg auf das Klosterwappen (ca 270 Höhenmeter) von der Bergstation
21.8.2011 163 Erster echter Gipfelsieg, der Unterberg, ca. 550 hm
3.9.2011 160 Mein erster 2000er - die Heukuppe auf der Rax. 940hm!
19.5.2012 105 Schneeberg über den Fadensteig. 1200 hm
16.6.2012 100 Ötscher über den rauhen Kamm (Kraxeln I+) 1000hm

Damit hatte ich knapp ein Jahr, nachdem ich mich mühsam den Gang im Krankenhaus auf und ab geschleppt hatte, die zwei prominentesten Berge meines Heimatland über die „Standardaufstiege“ begangen und im Verlauf dieses Jahres ca. die Hälfte meines Gewichts verloren. Warum ich dabei bleibe? Es macht mir Spaß, ich bin gerne in der Natur, streng mich gerne ein bißchen an und habe dank Musikplayer auch immer Unterhaltung mit. Der Supifant ist jetzt auf Wanderschaft.

6 Beiträge für den Juli 2019

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